CUT and  PASTE   
  um 1900



cut and paste - das Ausschneiden und Einfügen von Textbausteinen in einen neuen Kontext, kennt heute jeder Computerbenutzer. Doch neu ist diese Technik nicht. Um 1900 wurden zahlreiche, zum Teil bis heute existierende Zeitungsausschnittbüros gegründet, die den Zeitungen mit Schere und Klebstoff zu Leibe rückten und die ausgeschnittenen Artikel per Post an ihre Kunden verschickten. 1906 berichtete man bereits von einer »Zeitungsausschnitteindustrie«. Gesucht, geschnitten und geklebt wurde für Wissenschaftler und Literaten, Künstler und Industrielle. Diese wiederum nahmen anschließend selbst die Schere in die Hand und fertigten aus den verzettelten Informationen zu Personen und Themen neue Bücher oder Gutachten, schrieben mit ihnen Kulturgeschichte oder »klebten« einen Star zusammen.

Die Ausstellung »cut and paste um 1900. Der Zeitungsausschnitt in den Wissenschaften« stellte die Papierwirtschaft des Pathologen Rudolf Virchow, des Physikers Ernst Gehrcke, des Technikhistorikers Franz Maria Feldhaus und des Neurologen Oskar Vogt vor. Ihre umfangreichen Zeitungsausschnittsammlungen geben Einblicke in eine mühselige und obsessive Tätigkeit, von der heute noch zahlreiche Kladden und Schuber, Klebebände und Karteikästen Zeugnis geben. Daß die Wissenschaftler dabei ähnliche Techniken entwickelten wie ihre Kollegen aus Kunst und Literatur, zeigten ausgewählte Beispiele aus dem Werk von George Grosz und Alfred Döblin.

Ausstellungsorte waren:

Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte
Wilhelmstr. 44, 10117 Berlin

www.mpiwg-berlin.mpg.de

Berliner Medizinhistorisches Museum an der Charité
Schumannstr. 20/21, 10117 Berlin

www.bmm.charite.de




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